DFNconf und COVID-19

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation stellen sich viele Teilnehmer und Nutzer des DFNconf-Dienstes die Frage, ob verstärkt DFNconf zum Einsatz kommen kann. Die hier zusammengestellten Informationen sollen diese und weitere hierfür relevante Fragen beantworten und teilnehmende Einrichtung bei Ihrer weiteren Planung zur Einbindung von DFNconf in lokale Konzepte unterstützen. Die Inhalte dieser Seite werden im Laufe der nächsten Wochen regelmäßig aktualisiert, um über die weitere Entwicklung zu informieren.

Aktuelle Herausforderungen für DFNconf

Im Zuge der gesundheitspolitischen Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie wurden bereits zahlreiche Veranstaltungen auch im Bereich von Wissenschaft und Forschung abgesagt, zudem ist die Präsenzlehre an Hochschulen und Universitäten bis auf weiteres ausgesetzt. In vielen Fällen werden nun alternative, in der Regel onlinebasierte Formate geplant oder wurden bereits umgesetzt. Entsprechend sehen wir bereits seit mehreren Wochen eine deutlich gestiegene Nutzung des Dienstes.

Zu beobachten sind auch regelmäßige Stoßzeiten der Nutzung, in denen es gelegentlich auch zu Engpässen beim Erstellen neuer Meetings und Einschränkungen beim Verbindungsaufbau zu laufenden oder geplanten Meetings kommen kann. Die aktuell beobachtbaren Spitzenzeiten sind (jeweils Mo-Fr):

Wir empfehlen daher allen Teilnehmern zur Entlastung der Infrastruktur und zur Erhöhung der Erreichbarkeit des Dienstes, Meetings und Veranstaltungen außerhalb dieser Zeitfenster stattfinden zu lassen.

Ausbau der Kapazitäten für das Dienstmodul Pexip

Der Planung der Infrastruktur für die Plattform Pexip orientierte sich immer bedarfsgerecht an der Nutzung durch die teilnehmenden Einrichtungen. Auf eine sprunghafte Steigerung der Nutzung war der Dienst nur in begrenztem Umfang vorbereitet. Mit einem mehrstufigen Plan arbeiten wir seitdem daran, den Dienst soweit möglich auf die geänderte Sachlage einzurichten. Der Plan besteht aus kurzfristigen, mittelfristigen und perspektivischen Maßnahmen und wird laufend an die Dynamik der Situation angepasst. Trotz aller Bemühungen gibt es keine Garantie, jede Art von Sprung verkraften zu können, es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Nutzung von DFNconf schneller steigt, als wir nachsteuern können.

Kurzfristige Maßnahmen umfassen u.a. Erweiterung der Lizenzen für gleichzeitige Verbindungen, eine vorübergehende Reduktion der maximalen Videoqualität von FullHD (1080p) auf SD (448p), sowie das zeitnahe Einspielen von Software-Upgrades, die eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der Pexip-Plattform versprechen. Nachdem durch die gestiegene Nachfrage auch der bisherige Nummernhaushalt für neue Meetingräume erschöpft war, wurde die zulässige Länge um eine Ziffer erweitert, so dass inzwischen neben den bisher fünfstelligen Raumnummern auch sechsstellige Raumnummern vergeben werden. Bestehende und bereits vergebene Raumnummern behalten weiterhin ihre Gültigkeit und sind unverändert erreichbar.

Mittelfristige Maßnahmen umfassen u.a. die Beschaffung neuer Server für die Pexip-Infrastruktur, sowie die kurzfristige Reaktivierung von Reserve-Hardware. Zudem haben uns verschiedene Rechenzentren aus dem Kreis der Dienstteilnehmer kurzfristig in Form von vorübergehenden Server-Kapazitäten unterstützt. Insgesamt konnten wir so innerhalb von zweieinhalb Wochen die Zahl der Konferenzknoten etwa vervierfachen. Für die damit verbundenen Bemühungen und das Engagement der Kolleginnen und Kollegen möchten wir uns ausdrücklich bei allen Beteiligten bedanken.

Perspektivische Maßnahmen beziehen sich v.a. auf die weitere Beobachtung der Situation und der konkreten Auswirkungen auf DFNconf, auf deren Basis auf Ebene der Entscheidungsträger im DFN-Verein das weitere Vorgehen geplant werden kann.

Umsetzung onlinebasierter Lehre im DFN

Nachdem mit den gegenwärtig in DFNconf eingesetzten technischen Plattformen die absehbare Anzahl an Nutzern nicht zu bewältigen ist, hat sich der DFN-Verein mit der Möglichkeit befasst, kurzfristig eine weitere technische Plattform in den Dienst aufzunehmen. Um sehr kurzfristig reagieren zu können, kam hierfür nur eine Cloud-Lösung in Frage.

Der DFN-Verein hatte in Zusammenarbeit mit GÉANT von Herbst 2018 bis Ende 2019 ein Proof-of-Concept für eine hochskalierende Plattform für Videokonferenzen für Besprechungen sowie zum Einsatz in E-Learning-Umgebungen durchgeführt. Diese Erkenntnisse haben den DFN-Verein veranlasst, in Abstimmung mit anderen europäischen NRENs (National Research and Education Networks) zur Lösung der aktuellen Krise auf die Firma Zoom Video Communications zuzugehen. Ziel war es, eine Lizenzierung des Produktes Zoom für alle Teilnehmer im DFN zu erzielen. Zoom hat die Anfrage innerhalb ihres Hauses auf höchster Ebene behandelt und es letztendlich abgelehnt, hier kurzfristig eine Übereinkunft zu treffen. Diese Entscheidung von Zoom betrifft nicht spezifisch den DFN-Verein, sondern ganz grundsätzlich alle NRENs. Eine gemeinsame Vereinbarung mit NRENs wird jedoch für den Zeitraum nach der Bewältigung der aktuellen Lage in Aussicht gestellt. Der DFN-Verein wird daher weiterhin mit anderen NRENs und Zoom in engem Kontakt bleiben, um eine Perspektive für zukünftige Vereinbarungen auszuloten.

Als Konsequenz aus dieser Entwicklung empfiehlt der DFN-Verein allen Teilnehmern, unverzüglich mit der Installation lokaler Lösungen für Videokonferenzen für den Einsatz in E-Learning-Umgebungen zu beginnen, sofern nicht schon geschehen.

Allerdings sollte dabei mit Blick auf Vertragslaufzeiten berücksichtigt werden, dass der DFN-Verein am Ausbau von DFNconf um eine Plattform speziell zur Einbindung in E-Learning-Umgebungen perspektivisch festhält.

Virtuelle Meetings bleiben weiterhin möglich

Durch unsere derzeit laufenden Maßnahmen ist es weiterhin jederzeit möglich, virtuelle Meetings mit DFNconf umzusetzen. Wir bitten darum, bei der Planung von Meetings die aktuellen Teilnehmerbegrenzungen zu beachten (bis zu 23 Videoteilnehmer und bis zu 50 Audioteilnehmer pro Pexip-Meetingraum). In den oben genannten Stoßzeiten kann der Verbindungsaufbau zu einzelnen Meetings gelegentlich länger dauern als gewöhnlich.

Veranstaltungen und Konferenzvorträge als Livestream

Seit Januar 2020 besteht die Möglichkeit, Pexip-Meetings als Livestream auch einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Diese Option ist besonders geeignet für Veranstaltungen und wissenschaftliche Konferenzbeiträge, die nicht zwingend auf Zwei-Wege-Kommunikation mit Audio und Video erfordern. Im Gegensatz zur Einwahl in einen Meetingraum gibt es beim Streaming keine Begrenzung der Zuschauerzahl. Das Streaming-Modul umfasst zudem eine textbasierte Zwei-Wege-Kommunikation (Chat), so dass Interaktionen zwischen Vortragenden und Zuschauern weiterhin möglich sind.

Ausbau der Kapazitäten für das Dienstmodul Adobe Connect

Ein Ausbau der Infrastruktur für das Dienstmodul Adobe Connect gestaltet sich aus verschiedenen technischen und organisatorischen Gründen schwierig.

Theoretisch können sich pro Meetingraum in Adobe Connect bis zu 200 Teilnehmer einwählen. Allerdings ist die Gesamtplattform begrenzt durch die Lizenzen für insgesamt gleichzeitig verbundene Meeting-Teilnehmer. Durch eine geänderte Lizenz- und Geschäftsstrategie des Herstellers ist der Ausbau an dieser nicht verhältnismäßig für den zu erwartenden Mehrwert. Ein Ausbau der Lizenzen bei Adobe Connect ist deswegen nicht möglich.

LMS-Plugins größter Lastfaktor für Adobe Connect

Zur Integration von Adobe Connect in LMS-Umgebungen wie Moodle, ILIAS etc. stehen bereits seit Längerem Plugins zur Verfügung, die das Erstellen von Meetings direkt aus einem virtuellen Kursraum heraus ermöglichen. Aktuell stellen diese Plugins den größten technischen Lastfaktor für diese Plattform dar.

Bei jeder Erstellung eines Meetingraums aus dem LMS werden u.a. durch die Zuweisung von Teilnehmern aus dem jeweiligen Kurs viele Anfragen innerhalb kurzer Zeit an die Programmierschnittstelle (API) der Connect-Installation geschickt -- je mehr Teilnehmer in einem Kurs, desto höher das Volumen dieser Anfragen. Die dadurch entstehende Last auf den Servern führt dazu, dass die Einwahl in laufende Meetings erschwert oder zum Teil auch komplett verhindert wird. Aus diesem Grund bitten wir alle Teilnehmer, aktuell möglichst auf die LMS-Integration zu verzichten, und Veranstalter auf die reguläre Verwaltungsoberfläche zu verweisen.

Zudem wird aufgrund der aktuellen Lage die Erstellung neuer LMSAPI-Accounts ausgesetzt, um zusätzliche Serverlast zu vermeiden. Das ist natürlich nur eine vorübergehende Maßnahme. Wir bitten um Verständnis für diese Maßnahme.

Wer hilft mir bei weiteren Fragen?

Zu Fragen hinsichtlich der Folgen der COVID-19-Pandemie für DFNconf werden wir Sie über diesen Kanal auf dem Laufenden halten, diese Seite wird laufend aktualisiert.

Wenn Sie Fragen zur Konzeption von Online-Veranstaltungen haben, helfen wir Ihnen in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für Videokonferenzdienste (VCC) der TU Dresden gern weiter. Bitte kontaktieren Sie dazu unsere Hotline unter hotline@conf.dfn.de sowie telefonisch unter 0711/63314-214.

Verständlicherweise erreichen uns in den letzten Tagen viele Anfragen über die Support-Hotlines via E-Mail und Telefon. Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund des deutlich höheren Volumens nicht alle Anfragen umgehend bearbeitet und beantwortet werden können. Wir bemühen uns um eine möglichst zeitnahe Bearbeitung, bitten jedoch insbesondere die betrieblichen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in den Einrichtungen, aktiv zur Entlastung unserer Hotlines beizutragen, indem sie Nutzerinnen und Nutzer an ihren Einrichtungen über die aktuelle Situation informieren und bei Fragen oder Problemen lokal unterstützen.

aktualisiert: 5. May 2020 09:34